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Advents Gedicht für deine Geburt

Die Nacht der Geburt fühlt sich an wie ein Tag vor Weihnachten

Sanft. Ruhig. Voller Ergebenheit.

Ich falle in eine sanfte Schneeflockenlandschaft der eigenen Hormone, alles ist weiß,  sauber und weich.

Meine Seele wandert durch die endlos weite Landschaft, ich höre die Flocken fallen.

Mein Geist dehnt sich in die Unendlichkeit der Präsenz des nackten Daseins.

Mein Herz rast wie vor einem aufregenden Date – bald bist du da,  mein Schützling. Nichts soll unser Treffen stören, keine grellen Lichter, keine Wildfremden.

Ich will alleine mit dir die Schwerkraft spüren.

Ich will alleine mit dir in das neue Land gehen.

Gebäre dich selbst mein Kind – du hast den Segen und die Götter an deiner Seite.

Deine Kraft ist ungeahnt und trotzig, deine Uhr tickt im Mondtakt der Nacht. Du kennst deinen Weg.

Mein Körper hört dir zu.

Unsere Symbiose ist ungestört und rein wie das Parfüm zwischen zwei Liebenden.

Die Erde ist deine Helferin, die Gravitation ein Geschenk. Hier bleibe ich fest stehen, jetzt ist die Brandung des Gebärens.

Es wird kosmisch schnell gehen. Nur Mut mein Kind. Höre auf deine Plazenta. Sie ist deine Raumstation,  die dich durch den spiralförmigen Tunnel meines Daseins schickt.

Am Ende ist Licht und bedeutet Anfang.

Ich fühle alles – vertraue unseren Boten.

Deren Namen sind Oxytocin und Endovalium – mein Körper überschwemmt uns damit, soviel du davon brauchst.

Damit wir nur orgastische Ekstase fühlen.

Damit du in Liebe und Glück geboren sein kannst.